Bei CampusgrünDeutschland
“Campusgrün – Das Bündnis grün-alternativer Hochschulgruppen” ist der Dachverband grüner und grün-naher Gruppen an Hochschulen und Hochschulstandorten in Deutschland. Die einzelnen Hochschulgruppen sind über ASten oder über Senate, Konzile und Konvente aktiv an der Hochschulpolitik beteiligt.
Bericht vom Frühjahrskongress am27.März in Berlin
Der Frühjahrskongress war nicht nur Gelegenheit für alle bundesweiten GHGs sich auszutauschen, sondern bot auch dieses Jahr verschiedene Workshops rund um grüne Themen. Leider hat die Zeit nur für den Besuch von lediglich drei Arbeitsgruppen gereicht, aber was ich dabei gelernt habe, soll euch nicht vorenthalten werden.
In “Frauen in der Wissenschaft” hat uns vor allem beschäftigt, welche Mittel gegen gläsernen Decken in der akademischen Laufbahn von Frauen wirken könnten. Einige Unis setzten sich selbst Quoten bei der Neuberufung von Professuren. Doch möchte man vermeiden, dass Professorinnen dann das Stigma der “Quotenfrau” anhängt. Ähnliches ist zu befürchten, wenn die Frauenbeauftragte in der Berufungskomission von ihrem Vetorecht Gebrauch macht und im Nachfolgenden die Entscheidung auf eine weibliche Kanditatin fällt. Doch wie können dann männliche Seilschaften durchbrochen werden? Wir als Grüne Hochschulgruppen können hier vor allem an der Basis ansetzen, indem wir junge Frauen ermutigen in männerdominierten Fachbereichen zu studieren und andauernde Ungerechtigkeiten anzusprechen.
Vor äußerst erschreckende Zahlen wurden wir von Werner Ruckert, Psychologischer Berater der FU Berlin, gestellt:
27% alles Studierenden gelten als stark beeinträchtigt durch psychische Belastung. Eine genaue Aufschlüsselung der Zahlen hat jedoch nur bei SchülerInnen stattgefunden. Es ist anzunehmen, dass dies auf Studenten zu übertragen ist: 5% leiden unter Depression, 8% unter Angststörungen und 35% der Schülerinnen gelten als essgestört.
Wer die psychologischen Beratungen der Unis aufsucht, kämpft meist mit Prüfungs- und Zukunftsängsten. Therapien können diese jedoch nicht anbieten, sondern nur vermitteln und beraten.
Laut Werner Ruckerts wird der Workload von Bachelor-/Masterstudenten subjektiv als zu hoch empfunden, während tatsächliche Nachfragen nach der Arbeitszeit ergaben, dass sie 1,5 std. wöchentlich mehr leisteten als Diplomstudenten (Studierenden Survey des BmBF). Als Ursache der tatsächlich mehr empfundenen Stresses gibt Herr Ruckert an, dass durch das verkürzte Studium der “relaxed Habitus” von Studenten verloren ging, die früher 10 Semester als Ganzes studierten.
Studieren ohne Barrieren heißt nicht nur die Uni mit dem Rollstuhl überall befahrbar zu machen. Es würde z.B. auch bedeuten, dass Vorlesungsmaterialen in schriftlicher Form vorliegen müssten für Gehörlose, Prüfungen flexibel gestalten sein sollten für psychisch beeinträchtigte Studenten und spezielle Computer für Blinde in der Bib bereit stehen müssten. Des Großteil der Finanzierung würde nicht einmal die Uni treffen, sondern vielmehr die Sozialämter. Schon allein die Tatsache, dass die wenigsten für diese Thematik sensibilisiert sind, zeigt, wie groß das Defizit auch an der Uni Bayreuth ist.
von Christine