Sepp Daxenberger, Fraktionsvorsitzender der Grünen im bayerischen Landtag zu Gast an der Uni Bayreuth
Das Thema Gentechnik bleibt aktuell. Sollten sich die Konsumenten und Landwirte in Bayern nicht weiterhin gegen den Anbau von genmanipulierten Pflanzen auf den Äckern stark machen, besteht die Gefahr, dass die Agrogentechnik durch die Hintertür eingeführt wird und in nicht all zu ferner Zukunft auf unseren Tellern landet. Diese Botschaft stand im Mittelpunkt eines Vortrags den Sepp Daxenberger, Abgeordneter im bayerischen Landtag und selbst Ökolandwirt, unter dem Titel „Gentechnik Frei-Staat Bayern“ auf Einladung der Grünen Hochschulgruppe Bayreuth in Kooperation mit Campusgrün Bayern und der Petra Kelly Stiftung am 15. Januar an der Universität Bayreuth hielt. Vor ca. 150 Zuhörern, nicht nur Studenten, sondern auch viele interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Bayreuth und Umgebung, stellte Daxenberger dar, welche Risiken mit der grünen Gentechnik verbunden sind und welche Rolle die Politik dabei spielt. Daxenberger machte überzeugend und auch für Laien verständlich klar, warum die Grünen strikt gegen die „grüne“ Gentechnik sind, das positiv besetzte Adjektiv grün also gar nicht in Verbindung mit Gentechnik auftauchen sollte.
Gerade die Menschen in Entwicklungsländern leiden schon heute unter den Folgen der Agrogentechnik. Sollten ursprünglich genmanipulierte Nutzpflanzen wie Reis und Soja zu höheren Erträgen und damit der Lösung der Nahrungsmittelproblematik führen, ist in vielen Ländern genau das Gegenteil eingetreten. Die im Labor gezüchteten Pflanzen sind nicht nur schlechter an die regionalen Verhältnisse angepasst, sondern brachten die Bauern auch in Abhängigkeit von den großen Agrochemiekonzernen wie Monsanto und Bayer.
In Bayern hingegen ließe sich eine Umstellung der Landwirtschaft noch verhindern. Denn mittlerweile ist nicht nur eine große Mehrheit der Konsumenten gegen Gentechnik auf den Feldern, auch fast alle Landwirte sprechen sich dagegen aus. Eine unrühmliche Rolle spielt Daxenberger zufolge aber die bayerische Landesregierung, die zwar offiziell verlauten lässt, dass man eigentlich gegen Gentechnik sei, aber weiterhin Flächen zum Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen zur Verfügung stellt. Eine Koexistenz von gentechnikfreier Landwirtschaft und solcher mit Gentechnik kann es allerdings nicht geben. Schließlich kann die Übertragung der Samen und damit die Ausbreitung und Verunreinigung mit gentechnisch verändertem Erbgut durch Wind und Insekten nicht unterbunden werden. Genauso wie man nicht nur „ein bisschen schwanger werden kann“, muss auch in der Frage um die grüne Gentechnik eindeutig Stellung bezogen werden. Dass Sepp Daxenberger weiterhin engagiert, aber auch optimistisch gegen genmanipulierte Pflanzen auf bayerischen Äckern kämpfen wird, wurde auch noch mal in der abschließenden Fragerunde deutlich. Zwar waren wohl nicht alle im Auditorium derselben Meinung, einig schien man sich aber darüber zu sein, dass diese Thema weiterhin Aufmerksamkeit verdient.

Sepp Daxenberger und die GHG Bayreuth